Donnerstag, 28. Mai 2009

Die Minangkabau ...

Nachdem diese Woche, die Abende vollgestopft waren mit Arbeit und anderen kreativen Tätigkeiten - (A&T - Ich wünsche euch alles erdenklich Gute, aber das wisst ihr ja!) habe ich heute endlich mal wieder Zeit, von interessanten Ausflügen zu berichten. Und letzten Sonntag haben wir mal wieder so einen gemacht.

Mit JS und AB ging es Sonntag früh um 9 los Richtung Südwesten. Durch Seremban haben wir nur einen kurzen Autschlenker gemacht um dann dirket weiterzufahren, über einen Pass und direkt danach kommt man an Ulu Bendur raus. Das ist eine Picknick-Station mitten direkt am Urwald, am Fuße eines Berges mit kleinem Flüßchen und Tromschnellen und mit kleinem Staubecken zum Baden.

Man hätte dort auch auf den Berg wandern können, aber aufgrund extremer Schwülheit und etwas Zeitdrucks (wir mussten nachmittags 5 wieder zurück sein) haben wir uns nur für einen kurzen Spaziergang entschieden. Der führte allerdings auch am Garten eines schönen Wohnhauses mit eigenem Angelteich und Durianbaum vorbei.

Danach ging es vorbei an Mülltütenplatagen nach Kuala Pilah.

Ok, in den Mülltüten wachsen Bananen, das ist ein Kunststück, dass die Gentechnik erst mal nachmachen soll!

In Kuala Pilah haben wir neben dem obligatorischen Tempel noch ein wenig Street-Hopping gemacht, und dabei (nach Anweisung des orangenen Reiseführers) ein schönes Geschäftshaus gefunden haben.


Danach haben wir uns in den umliegenden Dörfern die beindruckende Architektur der Minangkabau angeguckt. Die Minangkabau leben (neben Kuala Pilah) hauptsächlich auf Sumatra und sind ein Völkchen, das matrilinear lebt. Das heisst, dass die Frauen alles besitzen, aber nicht zwanghaft das Sagen haben. Trotzdem lebt der Mann sein Leben lang mit seiner Frau im Hause der Schwiegermutter, schuftet, und am Ende erbt doch seine Frau alles :)

Danach sind wir noch über die Dörfer nach Sri Menanti gefahren. Dabei sieht man neben stillgelegten Reisfeldern auch fliegende Affen. Ganz ehrlich .. und ohne Bambara Schufara ...

In Sri Menanti lebt ein Sultan, der übrigens gerne Golf spielt, aber das Anwesen ist natürlich eingezäunt. Statt dessen kann man ein Muzeum besuchen, das früher mal ein Sultansplast war.

Es war auch gerade Mittagszeit, deswegen war ganz gut, dass für uns in gold und gelb eingedeckt war. (Liebe Elfen - gelb ist nicht nur gut, sondern auch königlich!)

Der Ausblick ist übrigens nicht nur wegen des hervorragend gepflegten Gartens toll.

Und neben ein paar wenigen neuen Laternen (Isa - sogar ein neues Hibiskus-Schmuckstück!) haben wir noch ein tolles Haus entdeckt

Der alte Eindruck trügt übrigens - diese Haus entsteht gerade neu, allerdings aus alten Baumaterialien. Einfach todschick!

Donnerstag, 21. Mai 2009

Eine blaue Welt

Heut habe ich nur ein Stück Normalität und kein großes kulinarisches Highlight für Euch:

Und jetzt ratet mal, wo das war ...

Hot Dog?
Zum Selber belegen?
Mit Softgetränk?
Für 3 Ringgit? (ca 0,65€)

Jup:

Wir waren bei Ikea. Der einzige Unterschied beim HotDog ist, dass man hier keine Mayo kriegt, dafür aber Chillisauce. Ansonsten ist Ikea wie erwartet: Überall auf der Welt gleich.
Und jetzt für die Leute, die meine sentimentale Seite noch nicht kennen: Es gibt keinen besseren Platz zum Heimweh auslösen als Ikea! Die eigene Küche, der blaue Sessel, der Kochtopf, die Pflanzenbank, sogar die Küchenhandtücher, die Nachttischlampe, das Kissen einer Freundin und das Regal steht doch im Wohnzimmer von xyz ... alles wohlbekannt und viiieeel zu weit weg!

Sonntag, 17. Mai 2009

I am so sorry

Leute ich sags Euch - diese Geschichte ist eine über den Strassenverkehr und über Sätze, die man nie in seinem Leben jemals für möglich gehalten hätte.

Man(n) hatte ja bereits nachgefragt, und inzwischen habe ich auch eigene Fahrerfahrung und weiß, wovon ich rede:
Linksverkehr an sich ist relativ schnell angewöhnt, die Autos hier sind Gott sei dank Automatik, so gibt es keine Probleme beim Schalten. Fast alle Strassen sind gut ausgebaut, meistens gibt es mindestens 2 Fahrspuren in die Richtung, in die man auch will. Von den anderen Verkehrsteilnehmer gibt es drei Sorten:

1. Die, die spinnen und immer viel zu langsam fahren
2. Die, die spinnen und immer viel zu schnell fahren
3. Die Mopedfahrer (die spinnen sowieso und passen durch JEDE Lücke)

Außerdem gibt es am Boden so weisse Linien - wofür die da sind weiss hier maximal ein Drittel. Das andere Drittel der Malaysier glaubt, dass man versuchen muss, sein Auto mittig darüber zu platzieren. Das nächste Drittel glaubt, dass diese Linien unterbrochen sind, damit man immer ohne nach links oder rechts zu gucken, drüber fahren kann - vielleicht auch zum Schlängellinien fahren üben.
Aber grundsätzlich ist die Highway-Großstadt-Vielverkehr-Strassenführung auch eine gute Ausrede für die Kamikazeaktionen, die man selber manchmal hinlegt (äh hinlegen muss - schon schweißtreibend, wenn man auf der ganz rechten Spur auf den gerade mal 6-spurigen Highway kommt und innerhalb von 100m auf die linke Ausfahrt muss).

Das Tempo ist im Gegensatz zu Deutschland sehr gemäßigt, auch wenn es sich anders anfühlt. Die Autos liegen nicht ganz so glatt unterm Po, es gibt kein ABS und mit Rücksicht auf/wegen anderer Verkehrsteilnehmer ist man manchmal ganz froh, dass alles etwas "relakslah" ist.

Auf dreispurigen Autobahnen ist übrigens die Mittelspur die beliebte. Das hat sogar Gründe, die ich gut nachvollziehen kann: Wenn man im Dunkeln (also ab halb 8 und somit ca die Hälfte alle 24 nutzbaren Stunden) mit ca 100 über die Autobahn rast, taucht gerne mal auf der linken Spur unvermittelt ein Moped mit 50/60 vor einem auf, oder ein liegengebliebenes Auto, oder eine schlecht beleuchtete Polizeikontrolle - irgendwie ist immer etwas.

Und dabei sind wir bei dem unerwarteten Satz des Tages: "Ich habe einen Python überfahren." Ganz ehrlich Leute - ich habe noch nie im Leben ein Tier angefahren oder überfahren oder was auch immer. Aber als ich gestern Nacht nach der Party den Fahrdienst übernommen habe und so vor mich hinfuhr, tauchte auf einmal mitten auf der Fahrbahn ein armdickes fast 2m langes schlängeliges Etwas direkt auf der Fahrbahn auf und bewegte sich relativ schnell über die Fahrbahn. Ich habe noch versucht zu bremsen, aber da war leider nix mehr zu machen :( Ganz ehrlich - mein Puls war danach auf Hochtouren und diese arme Vieh tat mir echt sooooo leid! Pythons gehören in den Dschungel oder ins Terrarium, nicht auf den Expressway! Scheißendreckmist :(

Samstag, 16. Mai 2009

Südwest-Kurve II

Auf der Suche nach Stränden haben wir uns die Land-Straße nach Port Dickson ausgesucht. Die Fahrt war geruhsam, mit Sonne in Bestform und einem Auto, dessen Klimaanlage inzwischen versagt hat *seufz* Die Hinterbank hat geschlafen und Fahrer und Beifahrer (in dem all ich) habe die Aussicht genossen. Nach einer ganzen Weile haben wir auf einem kleinen Halbinselzipfelchen halt gemacht, kurz hinter der blauen Lagune. Das war mit Abstand der schönste Strand des Tages. Er war idyllisch, nicht gerade weißer Sand, aber Sand :) und blaues Wasser.

Die andere Seite war etwas voller und windiger, deswegen gabs da auch größere Wellen. Es war gerade heisseste Mittagssonne und wir haben uns nur für Schlendern, Füße nass machen und dann Weiterfahren entschieden. Weiter näher an Port Dickson haben wir dann einen anscheinend beliebteren Strand gefunden, der war allerdings nicht gerade sauberer.

Dort haben wir dann zu Mittag gegessen. Das Mangosaft ohne Eis heißt, dass man warmen Mangosaft bekommt, war uns nicht ganz klar - übrigens kann ich das nicht sonderlich empfehlen. Wahrscheinlich war das irgendein lösliches Pulver, das sich bevorzugt im warmen auflöst - dann doch lieber kalt und frisch gepresst.

Wir sind dann weiter an der Küstenlinie lang, die schönen Strände waren meist abgesperrt oder gehörten zu irgendwelchen Resorts, also haben wir die Gegend vom Auto aus genossen. Da sieht man zum Beispiel auch Kühe

Die grasen an den Plantagen, und Plantagen gibt es echt viele in Malaysia. Mit beeindruckender Präzision stehen die Palmen da, wie mit dem Lineal gezogen.

Und auf dem Weg nach Hause, sind wir am Ende der Tour noch schnell bei Pantai Morib vorbei (Pantai heisst Strand)

Sand wird langsam Glückssache und ganz ehrlich - so braunes Wasser habe ich noch nie gesehen.

Zur Erklärung sollte man erwähnen, dass die Westküste direkt an der Wasser-Strasse nach Sumatra liegt und dementsprechend viel Schiffverkehr den Untergrund aufwirbelt und wahrscheinlich auch zusätzlich Dreck verursacht.

So ihr Lieben, ich muss mich jetzt schnell anziehen - die nächste Party wartet (schon wieder 2 Geburtstage zu feiern - nimmt das denn kein Ende hier?)

Südwest-Kurve I

Ich weiss, ich habe lange nix von mir hören lssen. Momentan habe ich das Gefühl, dass sich das Leben hier in keiner Weise normalisiert, sondern immer turbulenter und vollgepackter wird. Aber heute habe ich mir den Samstag-Nachmittag "frei genommen" von den anderen (Gruppenzwang hat sowohl Vor- als auch Nachteile) um mal in aller Ruhe E-Mails zu lesen und zu beantworten, Blogeinträge von Freunden zu lesen und selber mal wieder in Ruhe zu bloggen, das Netz zu durchkramen und bei lauter, guter Musik in den eigenen 4 Wänden zu ein wenig Ruhe zu kommen. Und jetzt erzähle ich Euch in aller Ruhe von einem Wochenende vor 2 Wochen:

Am Freitag, den ersten Mai war auch hier Feiertag. Den haben wir zum Shoppen, wichtigen Vorbereitungen und Fahrübungen genutzt. (Linke Strassenseite und verrückte Mopedfahrer machen es notwendig)
Ausserdem gab es einen Geburtstag zu befeiern, und so haben wir uns zur großen Grillparty bei Freunden im Haus getroffen. Es war übrigens eine sehr lustige Party mit viel Grillwurst, Bier und White Russian - und ja, auch in Malaysia kriege ich davon einen Kater und den entsprechenden Blues am Tag danach.

Samstag am frühen Nachmittag haben wir uns dann aber trotzdem zu viert aufgemacht, die Westküste zu erkunden. Das Ganze wurde eine zweitägige Westküsten-Rundreise, deren wichtige Punkte hier skizziert werden:


Größere Kartenansicht

Wir sind direkt die Autobahn runtergedüst Richtung Melaka, und das ging auch recht fix, aber kurz nachdem wir das Tor nach Melaka durchquert hatten, empfang uns ein Stau, der bis in die Stadt hinein nicht abbrach.

Ca 1.5h im Stop and Go heben übrigens die (eh schon nicht so super) Laune nicht sonderlich. Wr haben uns dann irgendeinen Parklpatz gesucht und wollten zum Strand - aber irgendwie haben wir keinen gefunden, also gings stadteinwärts und zum Aussichtspunkt:

Dieser Turm hatte eine äh ... Plattform, in die konnte man einsteigen, hochfahren und sich durch die Gegend drehen lassen:

Mit meiner Höhenangst (und meiner Stimmung) habe ich es vorgezogen, bei einem Eiskaffee ganz ruhig unten zu sitzen und zu warten, bis die Anderen wieder da waren :)
Ihre nachfolgenden Schilderungen der näheren Umgebung waren nicht sehr prickelnd, also beschlossen wir auch ohne großes Sight-Seeing-Highlight wieder Richung Norden aus der Stadt zu fahren und nach einem Hotel für die Nacht und einem guten Abendessen Ausschau zu halten. Nunja - auch das stellte sich als eher sinnloses Unterfangen heraus, also folgten wir dem Lonely Planet Richtung Alor Gajah, einer kleinen Stadt die nachts durchaus in schönem Licht einlud, aber irgednwie auch kein Hotel anbot. Aber im Lonely Planet war vom gut ausgeschilderten A Famosa-Park die Rede, der gar nicht weit weg sein sollte. Also haben wir alle Verfahrkünste ausgepackt und uns auf die Suche gemacht. Und tatsächlich, nach gefühlten 40 km Umkreisungen/Umweg und U-Turns und einmal Fragen sind wir tatsächlich nach ca einer Stunde angekommen :)
Der Hunger wurde dann nach kurzen Hindernissen in einem chinesischen Restoran gestillt und das bisschen Bedürfnis nach Action in einer Western-Cowboy-Rummel-Kulisse gestillt.
Am Morgen auf dem Balkon entstand dann das folgende Bild vom A Famosa Park:

Für Frühstück ware wir (natürlich?) zu spät, also sind wir zurück nach Alor Gajah. Wenn mir mal bitte jemand logisch erklären könnte, warum das tagsüber nur 10 Minuten dauert, wäre ich sehr dankbar :D
Alor Gajah is eine kleine farbenprächtige Stadt, die irgendwie gute Laune macht und anscheinend irgendetwas zu feiern hatte.

Dort haben wir indisch gefrühstückt: Roti mit Curryhühnersuppensoße und dazu gabs den hier weit verbreiteten löslichen Kaffee mit gesüßter Kondensmilch. Dann sind wir über den Markt geschlendert. (wenig Fotos dazu gibs hier, das sprengt sonst den Beitrag.)
Und dann haben wir ein paar Strände an der Westküste gesucht, aber dazu mache ich jetzt doch einen extra Beitrag.

Sonntag, 10. Mai 2009

Gajah

Als ich in Alor Gajah war, wusste ich gar nicht, dass Gajah der Elefant ist. Jetzt weiss ich es, und was ein Honigkuchengrinsen ist, weiss ich jetzt auch.

Wir hatten gestern einen Großgruppen-Ausflug. Früh 07:30 hat uns ein Bus abgeholt und ist mit uns nach Kuala Gandah gefahren. Das liegt in einem Nationalpark und ist eine Aufzugsstation für verwaiste Elefanten. Wobei man von diesem Unternehmen nicht sehr viel vermittelt bekommen hat. Hauptsächlich wirkte es wie eine große Touristenattraktion.

Als erstes haben wir eine kleine Dschungeltour gemacht. Die war so ... nahja. Mir lief der Schweiß in Strömen, es war heiss und schwül und ständig hatte man Angst, dass einem etwas die Beine hochkrabbelt. Der Dschungel war jetzt nicht irgendwie super aussergewöhnlich. Es war ein bisschen Dickichtwandern an einem extrem heissen Sommertag mit großen Bäumen und ohne besondere Tiere (fast). Denn dann so fast am Ende der Tour sah man auf einmal weit weg einen Elefant rumstehen.

Später stellt sich raus, dass die Elo-Dame dort an einer langen Kette angekettet war, und wir haben dann noch drei andere Exemplare unterschiedlichen Alters gefunden. Die hatten gerade frei und standen dann so im Dschungel rum. Übrigens mit dem üblichen Kopfschaukeln (weben genannt) leider :(
Da haben wir übrigens noch sehr respektvoll Abstand vom mindestens 2m gehalten.

Den Aktivitäten danach konnte/wollte ich mich trotzdem nicht entziehen. Wir haben zuerst einen Dokfilm über eine Rettungsaktion gesehen. Da wurden aus einem an einer Plantage angrenzenden Dschungelstück 2 Elefanten gefangen und in diesen Nationalpark geschafft, damit die Elos die Plantage nicht kaputtmachen, oder die Plantagenbeseitzer nicht die Elos. Einerseits gut, dass sie die Elefanten retten wollen, andererseits besonders scheiße, dass der natürliche Lebensraum der Tiere immer mehr eingeschränkt wird.

Danach durfte man mit den anderen Touris 5 Elefanten (2-12Jahre) füttern. Dafür wurden massig Papayas und Bananen bereitsgestellt.

Der Rüssel ist übrigens kraftvoll, weich und warm. In Mund reinstecken wäre auch gegangen, habe ich mir aber nicht getraut, auch weil der Rüssel immer viel schneller da war.

Danach gab es Schlange stehen zum Reiten. In kleinen Gruppen durfte man dann auf einem Elefanten-Rücken balancieren. Das ist gar nicht so einfach. Man sitzt eigentlich nur auf der Wirbelsäule und hat dabei das Gefühl auf einem abgerundeten Schwebebalken zu sitzen, der sich wogend bewegt. Man muss schon ganz schön ausgleichen, was aber durch die angewinkelte Beinhaltung recht gut geht.

Danach haben wir aufs Baden gewartet, in der Zeit konnte man mit den 3 Baby-Elefanten Fotos machen, sie füttern und knuddeln. Da ist das Honigkuchen-Bild entstanden.
Baden hieß übrigens, dass man auf den Elefanten aufstieg, der watete dann in die Mitte das Flusses und ließ sich seitlich fallen

Das hat riesig Spass gemacht, und währendessen waren auch die Baby-Elefanten im Fluss. Die konnte man dann abspritzen oder mit dem Sand aus dem Fluss abreiben und abspritzen. Oder einfach nur danebensitzen und anfassen :)

Nahja und dann war es auch schon vorbei und die Elefanten wurden wieder weggebracht. Für die Elefanten war es ca 1,5h mit den vielen Menschen zusammen.

Grundsätzlich fand ich, dass dort ganz schön viele Leute und Trouble war. Ich glaube es gibt jeden Tag 120 Karten. Ich habe keine Ahnung, ob sich Elefanten an so etwas gewöhnen oder entspannt damit umgehen, und es hat sich ja auch auf mehrere Tiere verteilt. Mir erschien es trotzdem etwas viel, und ja ich weiß, ich war auch eine der 120.
Das Prinzip "jeder nur einmal" wurde übrigens penibel genau eingehalten.
Der Umgang zwischen Pfleger und den Elefanten wirkte recht harmonisch und vertrauensvoll. Vor allem mit den Elo-Babys. Für jeden Elefant gab es 2 "Aufsichtspersonen". Die Pfleger hatten so kleine Eisenhaken, mit denen sie gelegentlich die Richtung korrigiert haben und das sah für mich etwas hart aus, ist aber anscheinend wirksam. Tiere, die Pause hatten, standen im Schatten und wurden mit Bambus gefüttert. Von weiter hinten hat man übrigens andere Elefanten trompeten gehört. Ich hätte auch gerne mehr von den Unterkünften gesehen und mehr Infos über die Arbeit dort erhalten, zum Beispiel wie & wie lange die Tiere dort gehalten werden, ob es Auswilderungsprogramme für die Waisen gibt etc ...
Und auch wenn ich mir nicht ganz sicher bin, ob und wie gut dieses ganze Touri-Theater für die Tiere ist, so habe ich es für mich doch sehr genossen, den Elefanten so nah sein zu dürfen.

Samstag, 9. Mai 2009

Sitzungs-Gewohnheiten

Entschuldigung, wenn ich dieses Thema einschiebe, aber das Bild, dass ich letztens gefunden habe hat mich total amüsiert - Es geht ums Pullern oder was man sonst noch so auf dem Klo tut.

Hier in Malaysia ist das Hocken die verbreitetere Variante der Toilettenkultur. Trotzdem findet man fast überall auch "western style toilets". Manchmal sind die sogar extra mit 'nem Schildchen gekennzeichnet. Aber nicht jede Malaysierin scheint geübt im Umgang mit "western style" weswegen sehr häufig auf den Klobrillen Schuh- oder Fußabdrücke zu finden sind. Und dafür gibt es doch glatt Warnschilder:

PS: Und zum Schluß die Info, die man sich auch sparen kann: Im Notfall komme ich mit Hocktoiletten durchaus gut zurecht. Ungepflegte/stinkende Toiletten sind viel schlimmer, egal in welchem Style.

Mittwoch, 6. Mai 2009

Die Vielfältigkeit des Lichts

Bevor ich von meinem letzten Ausflug erzähle, muss ich mal wieder einen generellen Post dazwischenschieben. Ich habe nämlich ein neues Hobby: Ich sammle Strassenlaternen! Alles fing damit an, dass ich auf dem ersten KL-Ausflug diesem wunderschönen Blümchen über den Weg lief:

Wer mich kennt, weiss, dass mein Hang zu Kitsch mein Herz fast überlaufen ließ. Und nachdem ich noch mehr dieser schönen Blumen gesehen habe, fiel mir mal auf, wie wunderschön die Strassenlaternen hier so sind.

Inzwischen werde ich auf Ausflügen auch immer wieder auf schöne Exemplare hingewiesen, und manchmal sind wir schneller mit dem Auto vorbei, als ich das gute Stück dokumentieren konnte. Das erklärt auch teilweise die schlechte Qualität der Fotos - aber verzeiht, wenn wir bei jeder neuen Laterne anhalten würden, sähen wir vom Rest nix mehr :)

Es gibt übrigens stadtspezifische Ausgaben

und auch solche, die man in verschiedenen Städten finden kann.

Da ich Euch nicht alle einzeln zeigen kann, habe ich bei Flickr extra ein Laternen-Album angelegt. Das werd ich auch regelmäßig updaten und rechts in meiner Menüleiste das neueste Update-Datum dazuschreiben. Dann könnt ihr immer mal nachschauen (oder es auch bleiben lassen, weil Laternen eh nur Licht machen sollen).

Und ganz ehrlich ... wenn ich in Deutschland mal ein neues Betätigungsfeld brauche, fange ich an, die Stadtregierungen zu neuen und schöneren Strassenlaternen zu überreden!

PS: und wer sich fragt, warum ich hier am frühen morgen mitten in der Woche rumbloggen kann: Ich habe "Spätschicht" und fahre jetzt auf Arbeit :)

Montag, 4. Mai 2009

On the road

Es ist Zitate-Zeit und ich zücke mal wieder einen alten Klassiker (ja, ich weiss, ich bin keine 23 mehr, aber man kann sichs ja mal einbilden). Aber was ich heute erzählen möchte, erinnerte mich halt entfernt an Jack Kerouacs

... but burn, burn, burn, like fabulous yellow roman candles exploding like spiders across the stars and in the middle you see the blue centerlight pop and everybody goes "Awww!".

Ok, ok, es handelt sich zwar "nur" um Glühwürmchen, und nicht um drogen- und jazzverliebte Mittzwanziger aber beeindruckend war es trotzdem. Aber die ganze Geschichte nun mal langsam von vorne:

Sonntag, 26.04.09 nach Ausschlafen und kurzem Sit-In am Pool haben wir entschieden, dass wir noch "fix" in den TimeSquare fahren (da gibt es eine inhouse-Achterbahn) und dann nach Kuala Selangor düsen, denn da gibt es abends ein interessantes Naturschauspiel zu betrachten. Also haben wir unsere kleine Reisegruppe flugs auf zwei Autos verteilt und sind los. Womit zu dem Zeitpunkt noch keiner gerechnet hat, war der sonntägliche und allseits beliebte KL-Stau ... ohne Navi und mit 2 Autos ein nahezu unlösbares Unterfangen. Als dann auch noch eine Hauptverkehrsstrasse-Strasse gesperrt war, wars ganz vorbei. Wir haben uns verloren und nach 3 Versuchen haben wirs sogar aufgegeben, auf den "rechten Weg" zurückzukommen.

Da wir schon im nördlichen KL waren, und die beiden an Board befindlichen Herren noch nicht in Batu Caves waren, sind wir dort nochmal hin - das lag eh auf dem geplanten Weg für später. Ich war zwar schonmal da (vgl hier) aber trotzdem gab es noch Neues zu entdecken. Diesmal haben sich die Affen gezeigt, und es waren echt viele, und vor allem waren sie frech. TS wollten sie sogar die Colaflasche aus der Hand reißen :D

Ansonsten ist Sonntag wohl auch hier Waschtag, denn viele Mönche haben mit unterschiedlichen Wassern die Götterstatuen begossen. Ein sehr interessantes Schauspiel, das sich leider schwer im Foto festhalten ließ.

Danach haben wir uns aufgemacht, die abendliche Stäte aufzusuchen. Dabei haben wir uns nicht mal verfahren und nach langen wegen durch Plantagen waren wir viel zu früh am Ziel. Also haben wir uns in der nächsten Stadt (Kuala Selangor) ein Restaurant gesucht. Und das Kharma von JS hat für uns ein wundervolles Restaurant gefunden.

Wir haben natürlich an der flusseitigsten Ecke den Tisch gesucht und auch bekommen. Die Aussicht war einfach fantastisch, das Wetter auch

Und obwohl die Speisekarte etwas gewöhnungsbedürftig war (aber immer noch lieber Fotos als chinesische Zeichen), so war das Essen doch ziemlich lecker.

Ich hatte übrigens Lemon chicken & fried rice und zum Nachtisch gab es Bier und Sonnenuntergang

Nach diesem hervorragenden Mahl waren dann auch beide Ausflug-Autos wieder vereint und wir haben uns zum eigentlichen Ziel des Abends aufgemacht: Der Firefly-Park!
Glühwürmchen heißt auf Bahasa Melayu übrigens kelip kelip wegend es Geräuschs, das die Leuchtkäfer erzeugen. An dem Fluß dort gibt es auf eine Strecke über 15 km Bäume an denen die Glühwürmchen zu tausenden leben und dort auch jeden Abend leuchten. Man kommt also im Dunkeln hin, setzt sich in ein kleines Viererboot und wird dort ein Kilometer den Fluss runtergerudert. Ziemlich bald, wenn man sich vom spärlichen Licht der Anlegestelle entfernt, sieht man sofort ganze Büsche voll ... kleiner Lichter. Anfangs weiss man nicht genau, ob das nur kleine Weihnachtskerzenketten sind, aber die Dinger fliegen, und man kann sie von den Sträuchern absammeln. Gott sei Dank war in dem Moment die Batterie von meinen Fotoapparat alle - so wenig Licht im Stockdustern hätte das Maschinchen eh nicht gebracht, und so hatte ich statt Kämpfe mit meinem Apparat die ganze Zeit Platz zum Staunen. Ich verlinke euch mal schnell ein Foto dieses Schauspiels aus Flickr von dckf_$êr@pH!nX

Und nahja, weils ohne Unsinn nicht geht, hat SuS am Ende doch noch vorzeigbare Fotos von mir und Glühwürmchen machen können :)

Wie Jack schon sagte: The only people for me are the mad ones ...

Samstag, 2. Mai 2009

Pulau Ketam

Von Sha Alam habe ich ja bereits berichtet. Nach dem Besuch der Moschee sind wir am gleichen Tag weiter Richtung Küste gefahren. Dort gibt es einen kleinen Hafen (Pelabuhan Klang), da kann man direkt mit einer Fähre auf die Insel Pulau Ketam fahren, die für ihre Krabben und Seafood bekannt ist. Am Anfang haben wir ein Weilchen gesucht, um dann festzustellen, dass wir bereits dran vorbeigefahren sind.

Also haben wir das Auto abgestellt und auf die Fähre gewartet, die einen sehr sportlichen Eindruck gemacht hat.

Das Teil fährt recht fix, was aber ganz gut ist, denn dann hat man nur wenig Wellengang. Die Fahrt dauert ca. 30 Minuten und kostet 7RM (ca 1,40€). Vorherige Fahrgäste haben ihre Fahrkarte zu Kranichen verorigamit, was mich natürlich hellauf begeistert hat. Das Teilchen war ca 2cm groß.

Als wir angekommen sind, war gerade Ebbe

bei der Abfahrt lag das Boot nicht mehr im Trockendock, aber der Himmel war immer noch genauso blau :)

Auf der Insel gab es ein paar Stände, Restorans und Einkaufsmöglichkeiten, aber nach dem Besuch des zentralen Tempels und einzigen Highlights der Insel wollten wir weiter touristisch aktiv werden und sind eine normale Strasse hinter gelaufen. Von vorne sehen die Häuser meist recht schick angemalt aus und wirken sehr gepflegt.

Übrigens kann man fast überall vorne ins Wohnzimmer gucken, das direkt am Eingang einen Schrein hat, und noch ein paar Sitzgelegenheiten und vor allem einen großen Fernseher, vor dem sich die Kinder tummeln.
Hinter den Häusern fliesst ein Wasserarm (also bei Ebbe fliesst da nicht so viel) und das scheint auch der Abfalleimer zu sein. Manche Ecken waren geruchsmäßig etwas viel für meine eigentlich wenig verwöhnte Nase. Bei der Hitze staut sich der Geruch aber auch ziemlich fies.

Wenn übrigens keine Ebbe ist, dann sieht es nur halb so schlimm aus, am Geruch konnte ich keine großen Unterschiede erkennen.

Nach einem leckeren Seafood-Essen sind wir dann übrigens wieder gen Heimat und wollten nochmal kurz in Klang anhalten. Aber ausser einem alten chinesischen Tempel, der gerade restauriert wurde und einen überfüllten Innenstadt gabs da auch nicht zu viele Attraktionen.

Freitag, 1. Mai 2009

Tag der Arbeit

Heute ist Feiertag - Tag der Arbeit gibt es auch in Malaysia. Endlich mal Zeit zum Ausschlafen. Leider war das Putzteam bereits 10:30 da, was das langsame Aufwachen und vielgeliebte Rumglobbern etwas verhindert hat. Egal, inzwischen sitze ich mit meinem zweiten Kaffee am PC und habe bereits meine E-Mails durchgearbeitet.

Mehrfach wurde in Kommentaren angedeutet, dass der Eindruck entsteht, ich würde hier nur Urlaub machen. Das hat mich etwas geärgert, stimmt aber sicherlich, weil ich nie über die Arbeit schreibe. Aber das ist auch schwierig, denn ich will ja nicht Gefahr laufen, Betriebsgeheimnisse zu verbreiten. Das hier ist nun mal ein öffentliches Blog, und ausser denen, die es eh wissen, geht niemanden an, was ich wo arbeite, und wie der Status dort ist. Deswegen gibt es auch keine Fotos oder Wasserstandsmeldungen.
Und ganz ehrlich - wer redet im Feierabend schon gerne über Arbeit (vor allem, wenn es soviel anderes tolles zu erzählen gibt). Aber ich versuche Euch trotzdem mal, einen groben Überblick zu verschaffen.

Ich bin jeden Morgen gegen 8 auf der Arbeit. Da wir hier einen Betrieb aufbauen, sind die Gegebenheiten noch eher baustellenmäßig. Wir haben unser Büro momentan in einem Baucontainer, das Bürogebäude ist wahrscheinlich Mitte Mai beziehbar. Dummerweise ist die Fab und somit meine Maschinen gute 500m (gefühlte 5km) von dem Container weg. Wenn man also in Sicherheitskleidung (3kg schwere Arbeitsschuhe aus schwarzem Leder und viel Stahl, Sicherheitsweste, Helm und Schutzbrille) bei 33°C und strahlendem Sonnenschein über die Baustelle zur Fab latscht ist man spätestens dann das erste mal am Tag durchgeschwitzt. Dummerweise stehen meine Maschinchen im dritten Level, also heisst es zum Abschluss dieses Fitnesstrainings nochmal Treppen steigen. Ein guter Ausgleich zum viel genossenen Essen hier, aber Abends tun mir garantiert die Füße weh :)
Inzwischen nehme ich übrigens meine gesamte Arbeitstasche mit in die Fab, aus Angst etwas zu vergessen und zweimal mehr laufen zu müssen.

An den Maschinchen läuft es grundsätzlich gut, die erste Inberiebnahme ging recht reibungslos, aber ich habe auch gut Unterstützung durch langjährige deutsche und geschulte malaysische Operatoren.

Mit Meetings hält es sich recht in Grenzen. Wir haben jeden Morgen eine Absprache, die manchmal Nerven kostet, aber so kennen wir das ja überall. Ansonsten gibt es eher kleine konstruktive Treffen, die auch meist recht kurz gehalten werden.

Der malaysische Mitarbeiter ist übrigens ein eher gelassener Geselle. Während ich schon am Stresspegel drehe und Pünktlichkeit für eine essentielle Eigenschaft halte, kommt der Malaysier gerne 10 min (oder auch mehr) zu spät und dann immer noch in gemächlichem Tempo. Warten ist also eine inzwischen gut geübte Tätigkeit von mir die übrigens auch Kraft kostet.

Die Malaysier sind allerdings sehr gründlich und mögen Pläne. Ein Plan wird vorher erstellt, mehrfach durchgesprochen und am Ende auch genau so umgesetzt. Wenn ein Tisch oder Mülltonnen also fehplaziert sind und umgestellt werden, oder eine zusätzliche Luftdruckpistole benötigt wird, braucht man viel Zeit, Nerven und Worte. Aber am Ende präsentiert man einfach einen neuen Plan und alles ist i.O.

Feierabend mache ich meist gg. 18:00 Uhr, allerdings wird sich das die nächsten Wochen etwas nach hinten verschieben. Gestern war ich zum Beispiel erst 21:15 fertig. So ist das eben mit Ramp up, heissen Phasen und Troubleshooting. Wir werden aber die nächsten Wochen zeitversetzt arbeiten, damit solche langen Arbeitszeiten nicht oft vorkommen.

So, ich hoffe das reicht Euch vorerst an Arbeits-Infos. Und nun dusche ich und fahre einkaufen - Heute abend gibs nämlich eine Party :)