Montag, 4. Mai 2009

On the road

Es ist Zitate-Zeit und ich zücke mal wieder einen alten Klassiker (ja, ich weiss, ich bin keine 23 mehr, aber man kann sichs ja mal einbilden). Aber was ich heute erzählen möchte, erinnerte mich halt entfernt an Jack Kerouacs

... but burn, burn, burn, like fabulous yellow roman candles exploding like spiders across the stars and in the middle you see the blue centerlight pop and everybody goes "Awww!".

Ok, ok, es handelt sich zwar "nur" um Glühwürmchen, und nicht um drogen- und jazzverliebte Mittzwanziger aber beeindruckend war es trotzdem. Aber die ganze Geschichte nun mal langsam von vorne:

Sonntag, 26.04.09 nach Ausschlafen und kurzem Sit-In am Pool haben wir entschieden, dass wir noch "fix" in den TimeSquare fahren (da gibt es eine inhouse-Achterbahn) und dann nach Kuala Selangor düsen, denn da gibt es abends ein interessantes Naturschauspiel zu betrachten. Also haben wir unsere kleine Reisegruppe flugs auf zwei Autos verteilt und sind los. Womit zu dem Zeitpunkt noch keiner gerechnet hat, war der sonntägliche und allseits beliebte KL-Stau ... ohne Navi und mit 2 Autos ein nahezu unlösbares Unterfangen. Als dann auch noch eine Hauptverkehrsstrasse-Strasse gesperrt war, wars ganz vorbei. Wir haben uns verloren und nach 3 Versuchen haben wirs sogar aufgegeben, auf den "rechten Weg" zurückzukommen.

Da wir schon im nördlichen KL waren, und die beiden an Board befindlichen Herren noch nicht in Batu Caves waren, sind wir dort nochmal hin - das lag eh auf dem geplanten Weg für später. Ich war zwar schonmal da (vgl hier) aber trotzdem gab es noch Neues zu entdecken. Diesmal haben sich die Affen gezeigt, und es waren echt viele, und vor allem waren sie frech. TS wollten sie sogar die Colaflasche aus der Hand reißen :D

Ansonsten ist Sonntag wohl auch hier Waschtag, denn viele Mönche haben mit unterschiedlichen Wassern die Götterstatuen begossen. Ein sehr interessantes Schauspiel, das sich leider schwer im Foto festhalten ließ.

Danach haben wir uns aufgemacht, die abendliche Stäte aufzusuchen. Dabei haben wir uns nicht mal verfahren und nach langen wegen durch Plantagen waren wir viel zu früh am Ziel. Also haben wir uns in der nächsten Stadt (Kuala Selangor) ein Restaurant gesucht. Und das Kharma von JS hat für uns ein wundervolles Restaurant gefunden.

Wir haben natürlich an der flusseitigsten Ecke den Tisch gesucht und auch bekommen. Die Aussicht war einfach fantastisch, das Wetter auch

Und obwohl die Speisekarte etwas gewöhnungsbedürftig war (aber immer noch lieber Fotos als chinesische Zeichen), so war das Essen doch ziemlich lecker.

Ich hatte übrigens Lemon chicken & fried rice und zum Nachtisch gab es Bier und Sonnenuntergang

Nach diesem hervorragenden Mahl waren dann auch beide Ausflug-Autos wieder vereint und wir haben uns zum eigentlichen Ziel des Abends aufgemacht: Der Firefly-Park!
Glühwürmchen heißt auf Bahasa Melayu übrigens kelip kelip wegend es Geräuschs, das die Leuchtkäfer erzeugen. An dem Fluß dort gibt es auf eine Strecke über 15 km Bäume an denen die Glühwürmchen zu tausenden leben und dort auch jeden Abend leuchten. Man kommt also im Dunkeln hin, setzt sich in ein kleines Viererboot und wird dort ein Kilometer den Fluss runtergerudert. Ziemlich bald, wenn man sich vom spärlichen Licht der Anlegestelle entfernt, sieht man sofort ganze Büsche voll ... kleiner Lichter. Anfangs weiss man nicht genau, ob das nur kleine Weihnachtskerzenketten sind, aber die Dinger fliegen, und man kann sie von den Sträuchern absammeln. Gott sei Dank war in dem Moment die Batterie von meinen Fotoapparat alle - so wenig Licht im Stockdustern hätte das Maschinchen eh nicht gebracht, und so hatte ich statt Kämpfe mit meinem Apparat die ganze Zeit Platz zum Staunen. Ich verlinke euch mal schnell ein Foto dieses Schauspiels aus Flickr von dckf_$êr@pH!nX

Und nahja, weils ohne Unsinn nicht geht, hat SuS am Ende doch noch vorzeigbare Fotos von mir und Glühwürmchen machen können :)

Wie Jack schon sagte: The only people for me are the mad ones ...

Samstag, 2. Mai 2009

Pulau Ketam

Von Sha Alam habe ich ja bereits berichtet. Nach dem Besuch der Moschee sind wir am gleichen Tag weiter Richtung Küste gefahren. Dort gibt es einen kleinen Hafen (Pelabuhan Klang), da kann man direkt mit einer Fähre auf die Insel Pulau Ketam fahren, die für ihre Krabben und Seafood bekannt ist. Am Anfang haben wir ein Weilchen gesucht, um dann festzustellen, dass wir bereits dran vorbeigefahren sind.

Also haben wir das Auto abgestellt und auf die Fähre gewartet, die einen sehr sportlichen Eindruck gemacht hat.

Das Teil fährt recht fix, was aber ganz gut ist, denn dann hat man nur wenig Wellengang. Die Fahrt dauert ca. 30 Minuten und kostet 7RM (ca 1,40€). Vorherige Fahrgäste haben ihre Fahrkarte zu Kranichen verorigamit, was mich natürlich hellauf begeistert hat. Das Teilchen war ca 2cm groß.

Als wir angekommen sind, war gerade Ebbe

bei der Abfahrt lag das Boot nicht mehr im Trockendock, aber der Himmel war immer noch genauso blau :)

Auf der Insel gab es ein paar Stände, Restorans und Einkaufsmöglichkeiten, aber nach dem Besuch des zentralen Tempels und einzigen Highlights der Insel wollten wir weiter touristisch aktiv werden und sind eine normale Strasse hinter gelaufen. Von vorne sehen die Häuser meist recht schick angemalt aus und wirken sehr gepflegt.

Übrigens kann man fast überall vorne ins Wohnzimmer gucken, das direkt am Eingang einen Schrein hat, und noch ein paar Sitzgelegenheiten und vor allem einen großen Fernseher, vor dem sich die Kinder tummeln.
Hinter den Häusern fliesst ein Wasserarm (also bei Ebbe fliesst da nicht so viel) und das scheint auch der Abfalleimer zu sein. Manche Ecken waren geruchsmäßig etwas viel für meine eigentlich wenig verwöhnte Nase. Bei der Hitze staut sich der Geruch aber auch ziemlich fies.

Wenn übrigens keine Ebbe ist, dann sieht es nur halb so schlimm aus, am Geruch konnte ich keine großen Unterschiede erkennen.

Nach einem leckeren Seafood-Essen sind wir dann übrigens wieder gen Heimat und wollten nochmal kurz in Klang anhalten. Aber ausser einem alten chinesischen Tempel, der gerade restauriert wurde und einen überfüllten Innenstadt gabs da auch nicht zu viele Attraktionen.

Freitag, 1. Mai 2009

Tag der Arbeit

Heute ist Feiertag - Tag der Arbeit gibt es auch in Malaysia. Endlich mal Zeit zum Ausschlafen. Leider war das Putzteam bereits 10:30 da, was das langsame Aufwachen und vielgeliebte Rumglobbern etwas verhindert hat. Egal, inzwischen sitze ich mit meinem zweiten Kaffee am PC und habe bereits meine E-Mails durchgearbeitet.

Mehrfach wurde in Kommentaren angedeutet, dass der Eindruck entsteht, ich würde hier nur Urlaub machen. Das hat mich etwas geärgert, stimmt aber sicherlich, weil ich nie über die Arbeit schreibe. Aber das ist auch schwierig, denn ich will ja nicht Gefahr laufen, Betriebsgeheimnisse zu verbreiten. Das hier ist nun mal ein öffentliches Blog, und ausser denen, die es eh wissen, geht niemanden an, was ich wo arbeite, und wie der Status dort ist. Deswegen gibt es auch keine Fotos oder Wasserstandsmeldungen.
Und ganz ehrlich - wer redet im Feierabend schon gerne über Arbeit (vor allem, wenn es soviel anderes tolles zu erzählen gibt). Aber ich versuche Euch trotzdem mal, einen groben Überblick zu verschaffen.

Ich bin jeden Morgen gegen 8 auf der Arbeit. Da wir hier einen Betrieb aufbauen, sind die Gegebenheiten noch eher baustellenmäßig. Wir haben unser Büro momentan in einem Baucontainer, das Bürogebäude ist wahrscheinlich Mitte Mai beziehbar. Dummerweise ist die Fab und somit meine Maschinen gute 500m (gefühlte 5km) von dem Container weg. Wenn man also in Sicherheitskleidung (3kg schwere Arbeitsschuhe aus schwarzem Leder und viel Stahl, Sicherheitsweste, Helm und Schutzbrille) bei 33°C und strahlendem Sonnenschein über die Baustelle zur Fab latscht ist man spätestens dann das erste mal am Tag durchgeschwitzt. Dummerweise stehen meine Maschinchen im dritten Level, also heisst es zum Abschluss dieses Fitnesstrainings nochmal Treppen steigen. Ein guter Ausgleich zum viel genossenen Essen hier, aber Abends tun mir garantiert die Füße weh :)
Inzwischen nehme ich übrigens meine gesamte Arbeitstasche mit in die Fab, aus Angst etwas zu vergessen und zweimal mehr laufen zu müssen.

An den Maschinchen läuft es grundsätzlich gut, die erste Inberiebnahme ging recht reibungslos, aber ich habe auch gut Unterstützung durch langjährige deutsche und geschulte malaysische Operatoren.

Mit Meetings hält es sich recht in Grenzen. Wir haben jeden Morgen eine Absprache, die manchmal Nerven kostet, aber so kennen wir das ja überall. Ansonsten gibt es eher kleine konstruktive Treffen, die auch meist recht kurz gehalten werden.

Der malaysische Mitarbeiter ist übrigens ein eher gelassener Geselle. Während ich schon am Stresspegel drehe und Pünktlichkeit für eine essentielle Eigenschaft halte, kommt der Malaysier gerne 10 min (oder auch mehr) zu spät und dann immer noch in gemächlichem Tempo. Warten ist also eine inzwischen gut geübte Tätigkeit von mir die übrigens auch Kraft kostet.

Die Malaysier sind allerdings sehr gründlich und mögen Pläne. Ein Plan wird vorher erstellt, mehrfach durchgesprochen und am Ende auch genau so umgesetzt. Wenn ein Tisch oder Mülltonnen also fehplaziert sind und umgestellt werden, oder eine zusätzliche Luftdruckpistole benötigt wird, braucht man viel Zeit, Nerven und Worte. Aber am Ende präsentiert man einfach einen neuen Plan und alles ist i.O.

Feierabend mache ich meist gg. 18:00 Uhr, allerdings wird sich das die nächsten Wochen etwas nach hinten verschieben. Gestern war ich zum Beispiel erst 21:15 fertig. So ist das eben mit Ramp up, heissen Phasen und Troubleshooting. Wir werden aber die nächsten Wochen zeitversetzt arbeiten, damit solche langen Arbeitszeiten nicht oft vorkommen.

So, ich hoffe das reicht Euch vorerst an Arbeits-Infos. Und nun dusche ich und fahre einkaufen - Heute abend gibs nämlich eine Party :)